Über Faschismus und die Angst vor Nazis…

Leute, ich muss euch sagen, derzeit gehen wieder Diskussionen um, da stellen sich bei mir die Nackenhaare auf. Es ist die durch die Medien wieder neu entfachte Angst vor dem „braunen Terror“. Was ist der Hintergrund? Warum wird ausgerechnet in diesen Wochen vor Weihnachten wieder so eine irrationale Angst geschürt über eine irre Minderheit?

Gibt es derzeit mehr Gewalt von Rechten als vorher? Vielleicht ein, zwei Hansel mehr, das mag sein. Dennoch sterben täglich mehr Leute in Verkehrsunfällen als durch die Hand eines Nazis, und trotzdem hat keiner Angst vor Autos.

Was ist es also dann? Und warum gerade jetzt?

Zur Zeit haben wir immer mehr Menschen, die „empört“ sind über die derzeitigen Verhältnisse von Politik, Geldsystem und einfachem Volk. Lustigerweise wissen die wenigsten Menschen, worauf sie wirklich empört sind. Und sagt es ihnen jemand, dann wollen sie es nicht sehen und halten jede Wahrheit für eine unhaltbare Verschwörungstheorie. Dabei agieren die Machthaber mittlerweile garnicht mehr so verdeckt, dass man alles selber nachforschen könnte, aber das ist nunmal Arbeit…

Ist aber eigentlich auch egal, wer da wirklich hinter steckt. Wichtig ist nur, mit was „die da oben“ uns verknechten. Und da möchte ich jetzt mal eines von tausend verschiedenen Themen rausgreifen: Der braune Terror!

Derzeit wird in den Medien also viel berichtet von Ausländerhassern, Rassisten, Faschisten usw., die gewalttätig jeden braven Bürger mit ihren nichtdemokratischen Gedanken und Handlungen bedrohen. Ich selber als Transgender müsste demnach eine wahnsinnige Angst haben, überhaupt die Straße betreten zu wollen. Und außerdem, so wird mir eingeimpft, sollte man mit solchen Nazis keinerlei Kontakt pflegen, die sind der Abschaum und nicht wirklich bereit, dir zuzuhören. Eher geben sie dir vorher eines auf die Schnauze…

Herrje, wo sind wir hingekommen? Nazis sind keine Menschen? Mit ihnen verhandeln ist von vornherein unmöglich? Wir müssen sie bekämpfen? Womit? Mit Tränengas? Mit der Harke? Mit Waffen? Wegsperren?

Gab es nicht einmal eine Zeit, wo Nazis behaupteten, Juden seien keine Menschen? Man müsse sie wegsperren, ausrotten, vernichten? Das Dritte Reich lässt grüßen, habt ihr denn seitdem nicht dazu gelernt?

Das „tolle“ dabei ist, die Bewegungen von „Echte Demokratie, jetzt!“ und „Occupy“ zerstören sich seitdem von selbst, denn es gibt ein paar schlaue Hansel, die meinen, wenn wir schon alle Menschen sind, dann müssen wir auch alle geschlossen wie Menschen agieren und dürfen keinen ausschließen. Hass kann nur durch Vermittlung, Verständnis, Versöhnung beendet werden, nicht durch Ausschluss und Spalterei. Geschweige denn durch unser Rechtssystem mit Freiheitsstrafe und ähnlichem.

Auf der anderen Seite gibt es dann, leider in der Mehrheit, die Leute, die sich empören, dass man „rechten“ keinerlei Plattform geben darf. Dazu kommt allerdings noch, dass jeder von denen eine andere Sensibilität hat, was man als „rechts“ und „rassistisch“ bezeichnet. Für die einen ist es jede Gewalt, die zu sehen ist auf deutschen Straßen, für die anderen schon eine kleine kritische Aussage zu Integrationspolitik. Wieder andere halten etwas schon für „braun“, wenn jemand Nachrichten vom Kopp-Verlag liest.

Ich persönlich kann beobachten, dass Stern und Spiegel z.B. viel „brauner“ sind, schließlich machen die uns in regelmäßigen Abständen darauf aufmerksam, wie gefährlich der Islam doch ist. Klasse, wie fremdenfreundlich, wie glaubenstolerant!

Lest doch alle weiterhin eure Zeitungen und Zeitschriften und guckt fern. Ist viel einfacher, als selber das Hirn einschalten.

Ich jedenfalls möchte versöhnen, nicht spalten. Was meint ihr dazu?

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