Tagebuch einer sklavin, Tag 6

Nach ein paar Tagen, die SM-mäßig weniger aufregend waren… Moment mal, wird vielleicht der eine oder andere fragen, du lebst doch 24/7! Ist da nicht jeder Tag aufregend und überraschend? Mal davon abgesehen, dass für mich jeder Tag aufregend und spannend ist, weil ich durch esoterische Übung meistens im Moment der Gegenwart lebe, so steht hinter einer noch so guten 24/7 Beziehung immer noch Menschen mit Stärken und Schwächen. Und wenn jemand dazu noch krank wird (zum Glück nicht ich, aber dafür sorgt ja schon meine Ernährung…), dann gibt es im SM-Kontext auch mal weniger aufregende Tage. Aber dennoch bleibt von meiner Seite aus immer die korrekte Ansprache und das devote Dienen. Die Herrschaft hat es nicht nötig, wenn sie was von mir will, dabei „bitte“ sagen zu müssen. Was natürlich besonders lustig wird, wenn zwischendurch mal Pfleger oder Freunde im Haus sind. Denn dann, so könnte ich mir vorstellen, muss Herrschaft gut aufpassen, dass sie den Höflichkeitswortschatz nicht versehentlich noch abgeschaltet hat…

Aber zurück zu meiner spannenden Erfahrung. Sie war gestern Abend. Zum ersten Mal passierte es nämlich, dass komplett ohne meine Initiierung der Herr auf mein Zimmer kam (ich hatte gestern einen freien Tag vom Pflegedienst, so konnte ich auf meinem Zimmer ein wenig entspannen…) und mich in ein Hogtie kettete. 2 1/2 Stunden blieb ich dann so angebunden vor meinem Rechner liegen, nur fähig, mit der Herrschaft über meinen Rechner zu kommunizieren, indem ich meine Nase zum tippen auf der Tastatur einsetzte und mit diversen Gesichtspartien meine Maus hin und her schob.

Whow, ein interessantes Loslass-Erlebnis! In dem Moment, als mein Herr anfing, mich zu verschnüren, ging es in meinem Kopf los… Mein Ego fand die ganze Zeit irgendwelche Gründe, die ich nur aussprechen hätte müssen, um mich vor der Fesselung zu drücken… „Das geht doch nicht, ich muss doch noch Blog schreiben/holländisch lernen/öfter, wegen meines Master Cleanse, auf’s Klo/noch was wichtiges Lesen/…“ blablabla…

Klar, alles berechtigte Gründe, und wahrscheinlich besonders dann, wenn man überrascht wird, fallen sie einem ein. Doch ich bin nunmal das Spielzeug meiner Herrschaft. Und wenn die sagen „Jetzt wirst du gefesselt!“, dann habe ich mich, außer, es gibt wirklich einen guten Grund (wobei mir nur Krankheit oder ein wichtiger Termin einfallen als einzige gute Ausrede), ihren Anweisungen und Ausführungen bedingungslos zu stellen. Eigentlich alles eine Sache, die sich von selbst versteht, schon alleine durch die Definition 24/7-sklavin. Aber es ist doch noch einmal ein Unterschied, ob man darüber fantasiert oder es wirklich mal lebt. Dies wird sicherlich nicht das letzte Erlebnis dieser Art gewesen sein, im Gegenteil, es fängt gerade erst an.

Gestern habe ich meiner Herrin auf ihrem Laptop noch ein weiteres eMailprogramm installiert, damit sie auch Einblick in meine Mails hat. Und ich habe es so eingerichtet, dass sie jederzeit uneingeschränkten Zugriff auf „meinen“ Mac mini (ist ja jetzt ihrer!) hat. So konnte also meine Herrin gestern Abend auch durch Fernzugriff bei mir im Zimmer noch ein Hörbuch starten, während ich so halb hilflos da lag.

Natürlich gibt es noch viele Steigerungen… Für mich wäre es sogar ein Leichtes gewesen, mich binnen Sekunden aus der Fesselung zu befreien, denn die Ketten endeten nur in einfachen Karabinern, die an meine Arm- und Beinlederbänder befestigt wurden. Ich war zwar schon ein paar Mal in Spielzeug gefangen, das ich nicht von selbst hätte öffnen können, aber ich denke, es wird noch einmal einen viel größeren Kick geben, wenn ich in eine Situation der Nichtbefreiung komme, ohne dass ich damit rechne oder es selber in die Wege geleitet hätte… Darauf bin ich noch gespannt.

Heute habe ich erstmal meinen dritten regulären Einsatz als Pflegedienst… Was nicht heißt, dass ich nichts tue, wenn andere Pfleger Dienst haben. Sehr auch zur Freude des jeweiligen Diensthabers, hehe… Dennoch schaut natürlich meine Herrin darauf, dass ich nicht unnötig überlastet werde und auch mal mich zurückziehen kann. Wie gesagt, wir haben hier zwar 24/7, aber kein TPE (Total Power Exchange).

Ich werde bald wieder von mir hören lassen und euch mehr aus dieser bizarren Alltagswelt erzählen… Bis dahin, alles Liebe,

Josephine

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