How to be a perfect slave, oder: Ein Fetischdreh mit überraschenden Wendungen im Ablauf zwischen den Drehs

Zuallererst einmal eine Warnung an meine treuen Leser dieses Blogs: Dieser Eintrag enthält zu großen Teilen BDSM Erfahrungen, die ich dieses Wochenende gemacht habe. Wer also so gar kein Interesse an meinen Erfahrungen in Sachen Sadomasochismus hat, der überlese den heutigen Beitrag. Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim Weiterlesen.

Ich war dieses Wochenende im Westerwald und war das erste Mal in meinem Leben Model für eine Amateur BDSM Videoproduktion (wer die Filme sehen will, bitte persönlich anschreiben, dem schicke ich dann den Link zu).

Wie kam ich dazu? Naja, im Mai war in München die BoundCon, nach eigenen Aussagen Europas größte Fetischmesse. Dort kam ich in Kontakt mit den netten Menschen, die solcherlei Videos produzieren. Nun liegt das Ganze hinter mir und ich kann begeistert berichten.

Am Freitag war die Hinfahrt mit dem Zug. Ich musste zum Glück nicht alleine fahren, denn ich hatte eine nette Begleitung. Zufälligerweise eine Person, die ich eh schon lange mal kennen lernen wollte, denn ich verfolge schon eine geraume Zeit ihren Blog:

s29

Ihr müsst auch unbedingt mal hinschauen, sie schreibt viel fleißiger ihren Blog als ich es bisher tue.

Wir hatten eine dreistündige Fahrt nach Frankfurt und wurden abends von den netten Gastgebern I. und D. abgeholt. Sie waren vorgewarnt, was meine Ernährung angeht. Seit Anfang Juni bin ich ja nicht nur Vegetarierin oder Veganerin, nein, ich verzichte auch gänzlich auf Gekochtes. I. musste also für mich extra Gemüse kaufen, so dass ich als Rohköstlerin nicht verhungerte. Das war alles auch gar kein Problem und auch kein übergroßer Aufwand, auch wenn I., weil sie es nicht gewöhnt ist, ein wenig Probleme beim Kauf von Avocados hatte. Erstens fand sie nicht so schnell welche beim Supermarkt um die Ecke, zweitens wusste sie auch nicht, dass man eher die weichen Avocados kauft, denn die harten sind noch nicht fertig gereift… Natürlich achte ich persönlich auch darauf, dass ich ausschließlich Biogemüse kaufe, denn da ich mein Gemüse ja nicht koche, kann ich auch nicht mit den Vitaminen auch gleich die Pestizidgifte zerstören… Ich erhielt leider nicht, wie erhofft, Biogemüse, aber ich habe da auch nicht viel dazu gesagt, denn ich fand es lieb, dass sie sich die Mühe gemacht hat. Nächstes Mal werde ich allerdings wohl selber Gemüse mitbringen müssen, denn es gibt ja immer noch Menschen, die glauben, dass die Biobranche ein großer Beschiss ist und nur Geldmacherei. Dem kann ich aus eigener Erfahrung durch Geschmack und Wirkung widersprechen, teilweise auch vehement, denn man kann so einiges falsch machen beim Obst- und Gemüsekauf, auch wenn ich natürlich zugeben muss, dass es auch in der Biobranche schwarze Schafe gibt… Na ja, ich geb niemandem irgendeine Schuld, ich war selber ja so naiv, dass ich dachte: „Die wohnen auf dem Land draußen, da haben die ja von Natur aus ein bewussteres Verhältnis zu gesunden Lebensmitteln…“ Ich schreibe keinem vor, was er sich auf den Esstisch stellt, aber wenn es um meine eigene Nahrung geht, so bin ich in Zukunft lieber vorsichtig. Klingt jetzt vielleicht bei einigen meiner Leser ein wenig penibel, aber wie gesagt, wir sprechen hier von Rohkost. Da ist das Beste gerade gut genug… Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, stimmt mir sicherlich zu.

Aber zurück zu dem Wochenende: Laut Script wusste ich, wir drehen 4-5 Filme, thematisch zur Hälfte jeweils Vampirfetisch und Ponyplay. Am Samstag kam noch ein weiteres Model hinzu, und wir konnten mit dem Drehen beginnen. Und was muss ich sagen: Es war wirklich lustig! Ich hab ja schon ein wenig gelernt, wie man vor der Kamera agiert, weil ich auf einer kleinen Schauspielschule war. Und die Szenen, die sie mit mir gedreht haben, waren wirklich spaßig. Ungewöhnlicherweise wurde in einem Rutsch durchgedreht, so wenig Schnitte wie möglich. Auf der anderen Seite gab das aber den Vorteil, dass sich der Zuschauer sicher sein kann, dass die SM Szenen selber so gut wie gar nicht gestellt sind. Wer mich schon einmal in einer Session erlebt hat, weiß auch, dass ich mich mit Schmerzensschreien nicht zurückhalte.

Ich war in den Vampirfilmen die Gehilfin von s29, der Vampirkönigin. Da ich selber kein Vampir war, konnte ich für die Königin Aufträge erledigen ohne die Sonne fürchten zu müssen. Allerdings hoffte ich natürlich immer insgeheim, dass sie sich irgendwann gnädig erweist und aus mir auch eine unsterbliche Vampirin macht. Anders als ich war die Königin viel unempfindlicher gegenüber Schmerzen. Ja, sie hatte sogar ein wenig Langeweile ggü. ihren Peinigern, die vergebens sich bemühten, die Vampirdame zu foltern um in Erfahrung zu bringen, wo sie ihre anderen Blutsaugermitglieder versteckt hielt. Ich persönlich empfinde diesen Gegensatz allerdings gar nicht langweilig, schließlich hat man in diesem Film somit zwei Extreme vereint und dazu noch eine Handlung mit teilweise sehr witzigen Dialogen. Und da s29 gebürtig auch noch Österreicherin ist, die ganze königliche Erhabenheit auch noch eingetunkt in sympathischen „Schluchtenscheißerakzent“ (möge mir s29 diese Wortwahl verzeihen…). Interessant war übrigens auch noch die Erfahrung, dass ich eine Mischung aus dem typischen „sich Fallenlassen“ in SM Sessions und die persönliche Ambition nach schauspielerischem Ausdruck gleichzeitig erleben durfte. Ein Erlebnis, das ich doch allzu gerne wiederholen will. Zumal der Anspruch „Amateurvideo“ ja um einiges weniger von der Natürlichkeit des SM Spieltriebs nimmt, je nach Handlung natürlich.

Da es ziemlich heiß war und die Drehs auch ermüdeten, war gegen nachmittag sogar ein Nickerchen einer der Teilnehmer das Ausschlaggebende, dass die zukünftigen Drehpläne ein wenig umgestaltet werden mussten. Und dieser Umstand gereichte mir sehr zum Vorteil. Ich bin ja sehr offen, neue Dinge auszuprobieren und habe per „Zufall“ erfahren, dass meine Gastgeber dieses hier haben:

TOTAL ISOLATION – durchgefärbte, schwarze Kontaktlinsen

Und spätestens hier fing ich an, wie s29 so schön sagt, meine Unersättlichkeit zu zeigen. Ich wollte diese Linsen unbedingt ausprobieren! Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich noch nie in meinem Leben zuvor Kontaktlinsen getragen habe, also musste ich erst einmal eine längere Zeit damit verbringen, die Kontaktlinsen rein und raus zu machen. Ich erfuhr dazu noch, dass mich bei erfolgreicher Durchführung desselbigen ein etwas anderer Ponyplaydreh erwarten würde. Ein Kunde hatte nämlich den Auftrag zu einem Wunschvideo. Er wollte, dass in dem Film das Model eine Reiterin spielt, die gerne Pferde quält. Aus Rache eines Pferdebesitzers wird sie dazu gezwungen, diese Kontaktlinsen und Ohropax zu tragen, um anschließend einer SM Ponydressur unter erschwerten Bedingungen unterzogen zu werden. „Leider“ konnte das Wunschmodel des Kunden diesen Auftrag nicht erfüllen, denn sie hatte es nicht geschafft, sich diese Linsen einzusetzen. Also durfte ich diesen Dreh übernehmen. Ich hatte eine Menge Spaß, das kann ich euch sagen!

Um euch noch einen Eindruck zu vermitteln, wie man sich fühlt, wenn man diese Kontaktlinsen trägt: stellt euch vor, ihr könnt nur noch rudimentär Licht und dunkel wahrnehmen, aber keinerlei scharfen Konturen mehr, geschweige denn irgendwelche Farben. Dass man wenigstens noch ein wenig Lichtreflexe mitkriegte, erleichterte zumindest etwas die Orientierung im Raum mit Fenstern oder diversen Lichtquellen. Es ist jedenfalls lohnenswert, diese Erfahrung mal zu machen, vorausgesetzt, man mag sowas. Außerdem sollte man die einmal verwendeten Kontaktlinsen nicht mehr an jemand anderes weitergeben, denn angeblich besteht dann die Gefahr auf Augenkrankheiten. Also sollte man sich die Anschaffung solcher Linsen gut überlegen, zumal sie ja nicht gerade 2 fuffzich kosten.

Samstag nacht klang dann mit einem weiteren Grillabend aus, ich aß natürlich meine selbst zubereitete Rohkost (lecker: Gazpacho nach Rohkost Art. Bei Interesse geb ich gerne mal das Rezept preis, allerdings empfehle ich einen guten Standmixer zur Zubereitung).

Und schon wieder kam meine Unersättlichkeit zum Tragen: Ich wollte die zweite Nacht nicht normal im Bett verbringen, nein, ich wollte zusätzlich noch in einem Bodybag verschnürt sein. Natürlich mit innenliegenden Armkammern, damit ich mich im Sack nicht frei bewegen konnte. D., der „Herr“ des Hauses im doppelten Sinne, hat mir natürlich diesen Wunsch erfüllt und zusätzlich den Sack auch noch gut verschnürt und ans Bett gebunden. s29 befürchtete noch, ich könnte in der Nacht ihren Schlaf stören, weil ich rausgelassen werden will um auf’s Klo gehen zu können… Aber das war „natürlich“ nicht der Fall, ich kenne mich ja.

Am Sonntag wurde dann der zweite Teil der Vampirfilmreihe fertig gedreht, dann folgte eine weitere Folge zum Thema Ponyplay. Wir drehten zunächst den Vampirfilm in einem Stück Wald, nicht unweit vom Haus der Filmproduzenten entfernt. Auch dort durfte ich gleich wieder eine neue Erfahrung machen: Barfuß über picksenden Waldboden laufen und dann auch noch sich bäuchlings auf allerhand Bucheckern legen, weitestgehend nackt natürlich. Ich ließ jedenfalls meinem Leidenstrieb lauthals meinen freien Lauf, sehr zur Freude des Filmteams. Obwohl ich ja viel ertragen kann, musste ich dann aber dennoch einmal unauffällig zu erkennen geben, dass ich einem bestimmten Befehl nicht folge leisten konnte: es ist für mich unerträglich, sich auf Knien fortzubewegen, erst recht natürlich auf unebenem Waldboden. Naja, wenn’s sonst nichts ist… Ach ja, es wurde auch noch mangels Kunstblut beim Biss der Vampirkönigin auf ihr Opfer (nein, ich war es nicht!) das gute alte Ketchup verwendet.

Zurück nach Hause, ein Teil der Mitwirkenden Akteure verabschieden, unter die Dusche springen, kurz was essen… Dann ging es weiter mit dem vierten und letzten Film für dieses Wochenende. Ich durfte wieder das Kostüm der „quälenden Reiterin“ anziehen, denn heute stand Sulkyziehen in der sengenden Hitze auf dem Ponyplayprogramm. Naja, die Kontaktlinsen blieben dieses Mal weg, aber die Herausforderungen waren natürlich anstrengend genug. Bitte, solltet ihr euch diesen Film ansehen, nehmt die Unerfahrenheit von D. bzgl. echter Pferdedressur mit Humor. Spätestens wo D. mir Stiefel und Socken auszieht, damit ich erfahren darf wie es für ein Pferd ist, ohne „Hufe“ auszureiten (keine Ahnung, welches Pferd das jemals ertragen durfte), darf geschmunzelt werden.

Abends wurden wir dann noch zum Bahnhof gebracht und mit einer halben Stunde Verspätung kamen wir dann endlich wieder zu Hause an. Schade, das hätte ruhig alles noch länger gehen können. Ich freue mich schon auf nächstes Mal, sollte es eines geben.

 

Ich hoffe, mein Bericht hat euch gefallen. Alles Liebe,

Josephine

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