Boundcon X

So, wie versprochen erzähle ich nun meine persönlichen Eindrücke von der Boundcon. Letztes Wochenende war sie von Freitag bis Sonntag im Zenith in München. Mittlerweile ist es die 10., seit der 7. regelmäßig am selben Ort immer gegen Ende Mai.

Erst einmal musste ich mich an komplett neue Umstände gewöhnen. Die letzten beiden Male konnte ich ganz einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von daheim aus mal eben schnell hinfahren. Ich war alleine und unabhängig und konnte die Messe genießen, ohne auf jemanden Rücksicht nehmen zu müssen. Dieses Jahr waren wir natürlich zu dritt, meine Herrschaft und ich. Die Anreise war aus Heidelberg und alles dauert um einiges länger mit Sack und Pack und Rollstuhl.

Ich fahre gerne Auto, aber die Strecke Heidelberg-München war auf der Hinfahrt wirklich höllisch. Zig Baustellen und auch noch Staus, das zehrte sehr an der Energie. So waren wir am Freitag erst gegen halb 7 auf der Messe, geplant war eigentlich so um 16 Uhr… Wir merkten auch schnell, dass wir mehr von der Messe hatten, wenn wir uns aufteilten. ich kannte ja schon einige Besucher und Standbesitzer, meine Herrschaft kannte andere Leute, da kam man natürlich schnell ins Quatschen.

Und später am Abend kam dann die größte Überraschung und vielleicht das schönste Erlebnis, was mir das Wochenende beschert hat: Meine Herrin kaufte mir eine Ponyausrüstung! Wir kamen zum Stand, wo es sowas aus Gummi zu kaufen gab. Mir wurden Hufe für die Hände und ein Kopfharness mit Beißstange, Scheuklappen und Ponyöhrchen verpasst. Das Ganze noch gut abgesperrt für den Rest des Abends. Ich war sofort im Ponysubspace und eine große Attraktion für die ganzen Fotografen der Boundcon. Mmmmh, das war schön. Sobald ich ein Photo davon habe, werde ich es vielleicht hier reinstellen…

Der allgemeine Eindruck der Messe war gemischt. Es gab nicht wirklich innovative Neuheiten, außer vielleicht stylische Andreaskreuze aus Glas… Was besser war zur letztjährigen Boundcon: Die meisten Schund- und Schrottstände für billiges Erotikspielzeug verschwanden und wichen hochwertigeren Ständen. Von der BDSM-Prominenz gab es keine großen Überraschungen, Dutch Dame war da, der Ropemaster war da, Matthias Grimme war mit den Schlagzeilen da… Gern hätte ich auch mal wieder Gord oder Claire Adams gesehen, hätte auch gedacht, dass gerade zur 10. BoundCon mehr Prominenz aufgefahren wird. Stattdessen gab es Samstags abends, während der Abwesenheit der Fußballfans (Champions League Finale) eine Überraschungsshow, die allerdings nicht jedermanns Geschmack war: Eine Kiss Revivalband belegte für eine halbe Stunde die Hauptbühne. Das beste der Band war allerdings nur die Schminke, gut gesungen und gespielt wurde nicht wirklich. Aber der Wiedererkennungseffekt reichte den alten Rockern unter den Messegästen, dass sie fröhlich mitgröhlten.

Generell war die Messe sehr ruhig, das Kaufverhalten an vielen Ständen eher zurückhaltend. Am Samstag war tagsüber zwar viel los an Besuchern und die einzelnen Stände waren auch sehr beschäftigt mit Showeinlagen noch und nöcher, so dass ich es nicht ein einziges Mal geschafft habe, mich irgendwo von jemanden fesseln oder schlagen lassen zu können… Anders, als ich es von der Boundcon sonst gewöhnt war. Dafür wurde ich am Sonntag zusammen mit meiner Herrin von Matthias Grimme höchstpersönlich gefesselt. Sogar in eine Hängebondage, in der ich über dem Rollstuhl der Herrin schwebte, während sie die Hände hochgebunden bekam.

Und ich habe viele alte Gesichter getroffen, Freunde vom Münchener Fesseltreff Heureka und auch vereinzelt Menschen, die ich länger nicht gesehen hatte.

Die Rückfahrt war dann ziemlich verregnet, aber ich kam gut durch, denn es gab keine Staus. Sonntags ist es schon cool zu fahren, wenn die ganzen LKW wegfallen…

Alles in allem wieder ein schönes Erlebnis, wenn auch nicht ganz so aufregend, wie ich es bisher gewöhnt war. Doch ich freue mich auf den Einsatz der Ponyausrüstung, das bleibt mir ja noch länger erhalten und wird mir noch viel Freude bereiten.

Alles Liebe,

Josephine

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